Beruf Bestatter

Viele stellen sich unter einem Bestatter noch immer den Mann im schwarzen Anzug vor. Dieses Bild ist längst überholt. Bestattungsfachkräfte sind heute so vielseitig wie ihr Beruf selbst. Sie organisieren, beraten, gestalten, koordinieren und übernehmen handwerkliche Aufgaben. Vor allem aber begleiten sie Menschen in einer besonderen und herausfordernden Lebenssituation.

Eine Ausbildung mit vielen Facetten

Bestattungsfachkraft ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im dualen System. Das bedeutet: Die praktischen Ausbildungsinhalte werden im Bestattungsunternehmen vermittelt, während die theoretischen Grundlagen in der Berufsschule erlernt werden. Hinzu kommen Lehrgänge am Bundesausbildungszentrum in Münnerstadt zu den Themen Grabmachertechnik, Hygienische Versorgung sowie Trauerpsychologie. Die Ausbildung verbindet damit ganz unterschiedliche Bereiche: handwerkliches Arbeiten, Organisation und Planung, kaufmännische Aufgaben sowie den persönlichen Umgang mit Menschen.

Schritt für Schritt

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung stehen viele Wege offen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung und Spezialisierung. Eine davon ist die Qualifikation zum Bestattermeister bzw. zur Bestattermeisterin. Wir setzen uns dafür ein, dass die Meisterqualifikation künftig Voraussetzung für das Betreiben eines Bestattungsunternehmens wird. Denn aus unserer Sicht sollten Angehörige gerade in einer Ausnahmesituation darauf vertrauen können, dass sie fachlich kompetent und qualifiziert begleitet werden. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt die Kampagne „Ja, zur Meisterpflicht!“.

Ein Beruf, der mehr verlangt als Organisationstalent

Wer den Beruf der Bestattungsfachkraft ausüben möchte, sollte Organisationstalent, handwerkliches Geschick und einen Blick für Details mitbringen. Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Sorgfalt sind wichtige Eigenschaften, auf die es im täglichen Handeln ankommt. Denn eine Bestattung zu organisieren bedeutet weit mehr, als Termine zu koordinieren und Formalitäten zu erledigen. Es geht darum, zuzuhören, Orientierung zu geben, Wünsche zu erkennen und auch dann den Überblick zu behalten, wenn für Angehörige gerade alles zu viel wird.

Kein Tag ist wie der andere

Der Beruf ist abwechslungsreich und verbindet viele unterschiedliche Tätigkeiten. Genau diese Mischung macht den Beruf für viele junge Menschen interessant. Und dann ist da noch etwas, das sich schwer in Worte fassen lässt: die Dankbarkeit und Wertschätzung, die man von Angehörigen erfährt. Zu erleben, dass die eigene Arbeit einer Familie in einer schweren Zeit hilft, kann sehr erfüllend sein. Bestattungsfachkraft ist kein gewöhnlicher Beruf. Es ist ein Beruf mit Verantwortung, mit Menschlichkeit und mit Sinn.